Ein „fast“ perfekter Wandertag

Autorin

Luzia Manser – Diplomierte Wanderleiterin

Ein „fast“ perfekter Wandertag

Ein schweisstreibender Nachmittag, majestätische Gänsegeier und die perfekte Abkühlung im Fluss. Unser Trekking-Tag in der Ardèche war ein absolutes Abenteuer. Bericht eines wilden, heissen und am Ende „fast“ perfekten Wandertags rund um das Domaine du Frigoulet.

Start im Lila Blütenmeer

Die Hitze im südfranzösischen Sommer lässt keine Ausreden zu. Daher halten wir unser feines Zmorgenbuffet im Domaine du Frigoulet kurz und schnüren bald die Wanderschuhe. Immerhin warten 16 km Wanderung auf uns. Gleich hinter dem Hotel führt uns der Weg durch intensiv duftende, lila Lavendelfelder, in denen die Bienen summen und die Schmetterlinge fliegen. Herrlich. Weiter geht es durch schattige Eichenwälder und vorbei an gepflegten Weinreben. Die mediterrane Landschaft zeigt sich von ihrer idyllischen Seite, während das Thermometer unaufhaltsam nach oben klettert.

Trinkstopp, Dorfbesuch und steiler Abstieg

Nach fast zwei Stunden erreichen wir das reizvolle Dorf La Bastide-en-Virac. Wir wandern durch das Dorf mit seinen alten Gassen und dem imposanten Château. Die Damen legen beim „Dorflädeli“ den nächsten Stopp ein, um fürs Picknick einzukaufen und den Wasservorrat aufzufüllen. Die Herren warten lieber auf dem Bänkli im Schatten. Eine weitere Stunde wandern wir durch Felder und Wald, danach ändert sich der Charakter der Wanderung schlagartig:

  • Der Pfad: steil, etwas steinig und unbarmherzig abwärts, ab und zu im Zickzack
  • Herausforderung: Hier muss jeder aufmerksam gehen, es erfordert höchste Konzentration; die Oberschenkel brennen, die Hitze drückt

Picknick, Badeplausch und Flussüberquerung

Unten angekommen empfängt uns die „Gorges de l’Ardèche“; eindrücklich sind die Natur, die steilen Felswände und der friedliche Fluss. Über 20 Grad hat das Wasser. Wir alle springen ins Wasser, schwimmen eine Runde durch den Fluss und die einen springen mit einem Köpfler ins tiefe Wasser. Frieren muss niemand, es ist mega. Danach wird das Zmittag im Schatten hergerichtet. Frisches Baguette, französischer Käse, darunter feiner Geisskäse, Saucisson de Porc vom Dorflädeli, Oliven, Nüsse und feine Aprikosen. Mmmh … so macht Picknick richtig Spass.

Das Highlight des Tages

Nun folgt das absolute Highlight: die Flussquerung. Das Wasser ist knietief, die Steine rutschig. Erst gibt es eine kurze Anleitung, wie ein Fluss sicher überquert wird. Dann, vorsichtig, mit Schuhen an den Füssen und Stöcken ausgerüstet, durchqueren wir den Fluss. Es macht richtig Spass.

Danach wandern wir am sandigen Ufer entlang. Hier drückt die Hitze richtig durch, wir sind froh um jeden Schatten. Immer wieder schauen wir staunend zu den Felswänden hinauf. Am Schluss folgt dann noch ein Auf und Ab. Auch der Weg wird wieder steiniger und fordert uns nochmals einiges ab. Wir wandern sogar durch einen kleinen Wasserfall und erfreuen uns an der Erfrischung – es ist super lässig, alle haben Freude.

Nach dem kurzen Schlussaufstieg bei über 30 Grad erreichen wir die Strasse. Und wie bestellt schauen wir staunend zu den Felswänden, wo über unseren Köpfen vier Gänsegeier kreisen. Staubig, verschwitzt und erschöpft, und mit einem grossen Lächeln auf den Lippen wandern wir das kurze Stück der Teerstrasse entlang, wo wir im lauschigen Schatten ein kühles Getränk geniessen. Das Taxi bringt uns danach sicher ins Domaine du Frigoulet zurück.

Zurück im Frigoulet

Zurück im Domaine du Frigoulet genehmigen wir uns eine weitere Erfrischung, denn geschwitzt hat jeder ordentlich. Danach ab in den hoteleigenen Pool. Perfekt war der Tag vielleicht nicht ganz – es war doch schon sehr heiss – aber genau diese rauen Momente machen ein echtes Trekkingerlebnis aus!

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