1250 Kilometer voller Begegnungen
Wenn wir reisen, dann suchen wir nicht den kürzesten Weg zum Ziel. Wir suchen Erlebnisse.
Auf unserer diesjährigen Tour führte uns der Weg direkt vor der Haustüre in Seuzach los. Mit dem Velo zur Donauquelle und danach mit dem Kajak auf einem der eindrücklichsten Flüsse Europas bis nach Budapest. Rund 1250 Kilometer voller Überraschungen, wunderschöner Landschaften und unvergesslicher Begegnungen.



Schon die ersten Tage machten deutlich, dass jede Reise ihren eigenen Rhythmus hat. Morgens steige ich ins Kajak, Christine fährt mit dem Velo auf derselben Route. Am Abend suchen wir spontan eine Unterkunft. Wir reservieren bewusst nichts im Voraus. Genau diese Freiheit macht für uns das Abenteuer aus.




Fast jedes Mal beginnt das Gespräch an der Reception gleich:
«Wir hätten gerne ein Zimmer. Und hätten Sie vielleicht noch einen abschliessbaren Raum für mein Kajak?»
Oft folgt zuerst ein erstaunter Blick. Dann ein Lächeln. Kurz darauf wird organisiert, geholfen und mitgedacht. Immer wieder erleben wir unterwegs eine Herzlichkeit, die uns tief beeindruckt. Menschen, die sich Zeit nehmen, obwohl sie uns gar nicht kennen.
Ein Abend in Weltenburg ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben.
Nach einem langen Tag gehörte wie so oft unser kleines Ritual dazu: ein Glas Prosecco zum Abschluss. Die Wirtin brachte die Flasche, schenkte ein und wir stiessen auf den erfolgreichen Tag an.
Beim ersten Schluck war uns allerdings sofort klar: Dieser Prosecco hatte seine besten Tage längst hinter sich.
Wir schauten uns an und mussten innerlich schmunzeln. Natürlich hätten wir etwas sagen können. Aber wir spürten, mit wie viel Freude und Herzlichkeit uns die Gastgeberin diesen Apéro servierte. Also tranken wir den Prosecco, bedankten uns herzlich und genossen den Abend.
Noch heute lachen wir darüber. Und wir sind uns sicher: Jeder weitere Prosecco, den wir bestellen werden, wird besser schmecken. Aber ob uns nochmals einer so in Erinnerung bleiben wird?




Je länger wir unterwegs sind, desto mehr erkennen wir, dass genau diese Begegnungen eine Reise prägen. Nicht das schönste Hotel und nicht das beste Essen bleiben in Erinnerung, sondern Menschen, die einem mit Offenheit und Herzlichkeit begegnen.


Bis Wien zeigte sich die Donau meist ruhig und gemächlich. Dann änderte sich plötzlich alles. Schleusen, starke Strömungen, hohe Wellen und riesige Mengen Schwemmholz verwandelten den Fluss in eine beeindruckende Naturgewalt. Sechs Stunden kämpfte ich mich bis nach Bratislava voran und spürte die ganze Kraft dieses gewaltigen Stroms.
In Ungarn führte uns die Donau durch riesige Auenlandschaften. Überall Vögel, Schildkröten, Schlangen und sogar Hirsche am Ufer. Eine Landschaft voller Leben, die uns immer wieder staunen liess.
Als wir schliesslich Budapest erreichten und das Parlamentsgebäude langsam am Horizont auftauchte, wussten wir: Die Anstrengung hatte sich gelohnt.
1250 Kilometer liegen hinter uns.
Körperlich bin ich müde.
Aber innerlich bin ich vollkommen ruhig.
Solche Reisen erinnern uns immer wieder daran, weshalb wir Aktivferien gegründet haben. Nicht, um möglichst viele Kilometer zu sammeln oder Gipfel abzuhaken. Sondern weil echte Erlebnisse bleiben. Weil sie unseren Blick auf die Welt verändern. Weil sie uns zeigen, wie viel Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Vertrauen uns begegnen, wenn wir offen auf Menschen zugehen.
Denn am Ende sind es genau diese Begegnungen, die eine Reise unvergesslich machen. Und genau deshalb bleiben echte Erlebnisse ein Leben lang.









