Mera-Amphulapcha | Three Passes off the beaten track
Ankunft in Lukla und Aufbruch über den Zatrwa La
Lukla, morgens um halb acht: Soeben sind wir aus Kathmandu kommend in Nepals Tor zur Everest-Region gelandet und begrüssen Uttm und Cahhur, unsere beiden Porter für die nächsten 14 Tage, in der gemütlichen Sherpa Lodge neben dem Flugplatz. Damit ist das Quintett beisammen, welches das folgende Vorhaben unter die Füsse nehmen will: Zusammen mit Te Kumar, unserem Guide, wollen wir via Zatrwa La und Mera La auf den Mera Peak, dann ins abgeschiedene Hunku-Tal und über den Amphulapcha La ins Khumbu-Gebiet bzw. via Chukhung und Namche zurück nach Lukla. Also nicht die «üblichen» drei Pässe hier oben, sondern drei vergleichsweise wenig begangene – und mit dem Amphulapcha Pass so etwas wie ein zweites (knackiges) Highlight nach einem hoffentlich erfolgreichen 6000er-Erlebnis am Mera Central. Wir sind zuversichtlich und freuen uns auf das Abenteuer.
Und los geht’s! Wir verlassen Lukla quasi durch die Hintertür, kommen an Nicole Niquilles Hospital vorbei und steigen durch blühende Rhododendren-Wälder stetig bergan – dem ersten Pass zu. Unser Ziel ist aber erstmal Chuthanga auf 3500m, welches wir pünktlich zum Mittagessen erreichen. Somit gibt es die ersten Veggie-Lunch-Momos! Den Nachmittag verbringen wir mit Malen, Spielen und Relaxen, bevor es tags darauf so richtig losgeht. Frühmorgens nehmen wir den ersten Pass, den Zatrwa La, in Angriff – Nepali-Style direttissima embrüf. Und nach einer Sherpa Tea Pause auf 4000m und erstmals im Schnee stapfend erreichen wir den Zatrwa La auf 4600m und geniessen eine wunderbare Aussicht – sowie eine herrliche Erfrischung, serviert von einer netten Rai im steinernen Teehaus gleich nach der Passhöhe. Anschliessend geht’s zum Lunch-Stopp in Thuli Kharka, bevor es wieder sämtliche Höhenmeter vernichtend hinuntergeht nach Kothe, dem «Hauptort» auf dem Mera Peak Trek auf 3500m. Da wären wir also wieder! Ein Déjà-vu, denn vor exakt sechs Monaten waren wir schon einmal hier – im Rahmen einer Mera Peak Gruppenreise von Aktivferien. Damals hiess es aber in Tangnag, unserem nächsten Etappenziel, abbrechen und umdrehen. Grund war ein Zyklon über dem indischen Subkontinent, welcher unablässig Niederschläge in den Himalaya brachte und damit ein Weiterkommen verunmöglichte. Dies ist notabene auch ein Grund, warum wir das Vorhaben, von dem wir hier berichten, so nochmals anpacken wollen: als kleine, maximal flexible Gruppe und einer Portion Wetterglück mit im Gepäck. Und dieses würden wir tatsächlich auch noch benötigen.









Zurück am Mera Peak – diesmal mit Wetterglück
Nach Kothe, den Checkpoint passierend und einen ersten Blick auf den Mera Peak erhaschend, geht es also gemütlich das Tal hinauf bis zur Siedlung Tangnag auf 4300m. Auch jene Lodge und deren Besitzer sind uns natürlich noch bekannt, das Wiedersehen dementsprechend freundlich! Zudem gibt es ein Wiedersehen mit weiteren bekannten Gesichtern, ist doch eine «offizielle» Mera Peak Gruppenreise von Aktivferien ebenfalls hier – und spurt quasi unsere Tour zum Mera vor. Tangnag wollen wir aber als ersten von zwei Akklimatisationstagen nutzen – und so machen wir uns am nächsten Tag auf zu einem kurzen Höhenmeter sammeln auf rund 4900m, während unsere Gruppenreise-Freunde ihr Programm fortsetzen. Dann heisst es auch für uns eine Stufe höher steigen, nach Khare, quasi das «Mera Base Camp», ebenfalls auf 4900m gelegen, und versehen mit komfortablen Lodges und definitiv mehr Dorf als Camp. Und wir lassen es uns dort gut gehen!

Akklimatisation und Aufstieg ins High Camp
Dann folgt Akklimatisationstag Nr. 2. Wir machen uns auf zum Mera La – und somit zum zweiten Pass auf unserer Reise, auf 5400m gelegen. Eine Kombination aus Bergweg und Gletschertrekking erwartet uns, leider auch Nebel – und somit kriegt das Ganze einen leicht mystischen Touch. Der Mera Peak will sich uns noch nicht zeigen! Einen Tag später dann dasselbe Spiel, nur diesmal schon ab Khare: Wir steigen also im Nebelgrau und schon ziemlich nach Luft schnappend via Mera La hoch zum Mera High Camp. Dieses liegt eingeklemmt zwischen einer Felsnase und dem Gletscherabbruch auf 5870m – und damit noch exakt 600m unter dem Mera Central Peak, der mittleren Erhebung des dreigipfligen Berges. Das Drehbuch meint es jedoch gut mit uns: Es lichten sich am späteren Nachmittag Wolken und Nebel, und wir bekommen nebst einer prächtigen Abendstimmung auch Aufstieg und Ziel präsentiert. Weniger gut geht es Thomas bzw. seinem Magen, und er entscheidet sich, im High Camp zu bleiben. Damit macht sich morgens um halb drei im Schein des (Fast-)Vollmondes leider «nur» ein Duo auf zum Gipfel. Diesen erreichen Te Kumar und Dominic nach einer grandiosen Morgenstimmung über dem Dach der Welt kurz nach 6 Uhr, und die Freude über den Erfolg – nebst dem Genuss der schlichtweg unglaublichen Aussicht auf 6470m – ist natürlich riesig! Doch im High Camp wartet Thomas; also subito runter, ein kleines Frühstück nehmen, unsere Sachen packen und uns auf den Abstieg zum Mera La machen – wo wir auf unsere Porter treffen, mit denen wir weiter absteigen Richtung Kongme Dingma auf 4850m und das anschliessend folgende Hunku Valley.












Hinter dem Mera – Nepal abseits der bekannten Routen
Nun sind wir also quasi «hinter dem Mera» – und unsere Erwartungen werden definitiv erfüllt. So sieht Nepal «off the beaten track» aus. Eine unberührte und unglaublich schöne wilde Natur, und kaum eine Menschenseele, denn der normale Abstieg vom Mera führt bekanntlich wieder nach Khare und Kothe – und wer sich nicht an den Amphulapcha La wagt, für den ist dieses Tal im Prinzip eine Sackgasse. Wir geniessen diesen Teil unserer Reise in vollen Zügen, werden kulinarisch exzellent versorgt – und wollen eigentlich gar nicht mehr weg. Nach Seto Pokhari, auf rund 5000m malerisch an einem See gelegen, und dem Amphulapcha Base Camp auf 5470m steht nun aber noch der dritte Pass unserer «Rundreise» an – und der hat’s definitiv in sich!










Amphulapcha La – der anspruchsvollste Pass der Reise
Nachdem es in der Nacht ohne Unterbruch geschneit hat, machen wir uns frühmorgens auf. Unterstützt werden wir von Dawa, dem Hüttenwart, der uns den Weg durch Schnee, Fels und Eis weist, sprich vorangeht und spurt. Und so erreichen wir trotz garstigem Wetter und schwierigen Verhältnissen den Pass auf 5845m bzw. die Fixseile auf dem Kamm, welche den Weg zum Abstieg weisen. Wobei dieser Abstieg nach einer kurzen steilen Passage zu einer Abseilstelle führt, wo Dawa bereits unsere Porter abgelassen hat – und nun auch Te Kumar, Thomas und Dominic in den «Genuss» dieser Abseilaktion kommen. Weiter unten sind Uttm und Cahhur bereits dabei, uns die perfekte Abstiegsspur in den hüfttiefen Schnee zu stapfen – und so verabschieden wir uns von Dawa, der retour geht, und folgen unseren Portern nach unten ins Flache. Unglaublich die zwei Kerle, unsere Verblüffung über deren Leistung gross, ihr Grinsen im Gesicht nach unserem Lob noch grösser – und das Bier in Chukhung mehr als verdient.















Zurück ins Khumbu und nach Lukla
Chukhung, auf 4700m gelegen, ist dann wieder unser Zusammentreffen mit der «Zivilisation» bzw. mit allem, was das Khumbu Valley heute ist. Und ja, mehr Leute als in den vergangenen Tagen hat es definitiv, trotz des schlechten Wetters. Dieses nehmen wir zum Anlass, um zügig talauswärts zu laufen, um baldmöglichst in Namche Bazaar zu sein, wo wir uns allen einen wohlverdienten Ruhetag gönnen. Duschen, ein Besuch beim Barber, Momos bei Einheimischen und natürlich das eine oder andere Gorkha Strong Bier gehören dazu. Dann kommt der letzte Teil, und es geht via Hillary Bridge und dem obligaten Stopp bei der Sherpa Coffee Roastery in Cheplung nach Lukla, wo wir nach genau 14 Tagen wieder in der Sherpa Lodge neben dem Flugplatz eintreffen – stolz und mit einem Rucksack gefüllt mit vielen tollen, einmaligen und unvergesslichen Momenten.
Ein ganz grosses Merci an alle, die dies alles ermöglicht haben! Namen nennen wäre fehl am Platz, denn dann vergessen wir bestimmt einen. Drum kurz und knapp: Great team, great spirit, great adventure – uf Wiederluege und bis zum nächsten Mal!



Diese Reise wurde als Privatreise durchgeführt und ist deshalb nicht in unserem Reisekatalog aufgeführt. Gerne stellen wir Ihnen auf Anfrage ein individuelles Reiseprogramm zusammen, das sich an dieser Reise orientiert und auf Ihre persönlichen Wünsche und Interessen abgestimmt ist.
