Autor – Hansruedi Büchi

Gründer Aktivferien AG

40 Jahre Jubiläumsreise Aktivferien AG

Nächstes Jahr feiern wir 40 Jahre Aktivferien. Die Vorbereitungen für unsere Jubiläumsreisen laufen bereits auf Hochtouren. Für mich ist es nach wie vor eines der schönsten Privilegien überhaupt, neue Reisen zu entwickeln und neue Regionen kennenzulernen.

Vor einigen Jahren war ich zum ersten Mal im Westen von Tanzania unterwegs und begegnete dort den Schimpansen. Diesen Menschenaffen gegenüberzustehen, beeindruckte mich tief. Als wir begannen, über unsere Jubiläumsreisen nachzudenken, war für mich schnell klar: Es soll eine Destination sein, die sowohl für Naturreisende als auch für Trekkingbegeisterte etwas ganz Besonderes bietet.

Uganda stand dabei schon lange auf meiner Wunschliste. Das Land liegt direkt neben Tanzania, die Menschen sind herzlich, die Landschaften unglaublich vielfältig – und hier leben die seltenen Berggorillas. Als Jubiläumsreise war es uns wichtig, eine Reise anzubieten, die Neues bietet und trotzdem perfekt zu Aktivferien passt.

Vor zwei Wochen war ich nun selber in Uganda unterwegs. Höhepunkt der Reise war das Gorilla Trekking im Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark. Bereits der Name lässt erahnen, was einen erwartet. «Impenetrable Forest» bedeutet übersetzt «undurchdringlicher Wald» – und genau so fühlt sich dieser Bergregenwald auch an.

Schon die Anfahrt ist spektakulär. Von weitem sehen wir die bis fast 4000 Meter hohen Virunga Vulkane im Dreiländereck von Uganda, Ruanda und dem Kongo. Die Strasse schlängelt sich durch grüne Hügel, vorbei an kleinen Dörfern und Bananenplantagen. Immer wieder halte ich inne und staune über die Aussicht. Es sind Landschaften, die man kaum beschreiben kann. Je näher wir dem Nationalpark kommen, desto dichter wird der Bergwald. Spätestens hier versteht man, weshalb dieser Wald seinen Namen trägt.

Im Bwindi Nationalpark lebt heute die grösste Population der seltenen Berggorillas. Rund 470 Tiere sind hier zuhause. Einige Gruppen haben sich über Jahre langsam an Menschen gewöhnt und dürfen besucht werden. Viele weitere Gorillas leben aber weiterhin völlig ohne Menschenkontakt tief im Wald. Genau das macht dieses Schutzprojekt so eindrücklich. Der Mensch ist hier nur Gast.

Früh am Morgen beginnt unser Trekking mit einem Briefing der Ranger. Sie erklären uns die Regeln im Umgang mit den Gorillas und teilen die Gruppen ein. Je nachdem, wo sich die Tiere befinden, dauert der Aufstieg zwischen einer und vier Stunden. Bereits im Morgengrauen sind die Fährtenleser unterwegs gewesen und haben die Familien gesucht.

Der Aufstieg durch den Bergwald ist anstrengend, aber unglaublich spannend. Immer wieder hört man fremde Vogelrufe, entdeckt Schmetterlinge oder sieht Affen zwischen den Bäumen. Nach einigen Stunden erreichen wir einen Bergrücken, wo bereits die Fährtenleser auf uns warten. Die Spannung steigt sofort.

Nur wenig später geht alles schnell. Wir folgen den Rangern durch dichtes Gestrüpp – und plötzlich stehen wir mitten in einer Gorilla-Familie. Direkt vor mir sitzt der Silberrücken. Über 200 Kilogramm pure Kraft und trotzdem eine unglaubliche Ruhe. Eindrücklich ist vor allem seine Präsenz. Jeder in der Gruppe spürt sofort, wer hier der Chef ist.

Zwischendurch steigt der Silberrücken auf einen Baum, bricht Äste ab und wirft sie zu Boden. Kurz darauf sitzt er wieder ruhig vor uns und beginnt zu fressen. Nur wenige Meter trennen uns voneinander. Ich versuche bewusst, ihm nicht direkt in die Augen zu schauen. Gleichzeitig ist es unmöglich, den Blick von diesen faszinierenden Tieren abzuwenden.

Nach und nach kommen weitere Gorillas aus dem Wald. Junge Tiere spielen miteinander, eine Mutter trägt ihr Baby vorsichtig auf dem Rücken. Trotz ihrer enormen Kraft wirken die Tiere in vielen Momenten fast sanft und erstaunlich menschlich. Genau das macht diese Begegnung so besonders.

Eine Stunde dürfen wir bei der Familie verbringen. Länger wäre für die Tiere zu stressig. Die Regeln im Nationalpark sind streng – und das ist auch richtig so. Beeindruckend ist, dass die Gorilla-Familien mit regelmässigem Schutz und Überwachung deutlich mehr Nachwuchs haben als Gruppen ohne Menschenkontakt. Gleichzeitig achten die Ranger sehr darauf, dass die Tiere möglichst wenig gestört werden. Oft begleiten dieselben Ranger und Fährtenleser über Jahre dieselben Familien. Sie kennen jedes Tier und dessen Charakter ganz genau.

Nach insgesamt fast fünf Stunden kehre ich zurück zum Ausgangspunkt. Müde, verschwitzt und mit schlammigen Schuhen – aber erfüllt von einem Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Die Begegnung mit den Berggorillas gehört ohne Zweifel zu den eindrücklichsten Naturerlebnissen meines Lebens.

Auf unserer Naturreise, die wir ab 2027 als Jubiläumsreise durchführen werden, sind weitere besondere Höhepunkte geplant. Wir werden Fusssafaris zu den tonnenschweren Nashörnern unternehmen, mit Giraffen durch die Savanne ziehen und Schimpansen im Norden Ugandas besuchen. Eine Bootsfahrt auf dem Nil führt uns zu den gewaltigen Murchison Wasserfällen, wo sich die Wassermassen durch eine nur wenige Meter breite Engstelle zwängen. Eindrucksvoll werden auch die Bootsfahrten im einsamen Hemingways Camp sein, wo wir traumhafte Sonnenuntergänge erleben.

Ein weiterer Höhepunkt wird eine Kanutour durch die Mabamba Papyrus-Feuchtgebiete am Viktoriasee sein. Mit etwas Glück entdecken wir dort den äusserst seltenen Schuhschnabel – für viele Vogelbeobachter einer der faszinierendsten Vögel Afrikas.

Uganda hat mich begeistert. Nicht nur wegen der Berggorillas, sondern wegen seiner unglaublichen Vielfalt, seiner Landschaften und seiner herzlichen Menschen.

Und das Beste: Die Uganda Naturreise wird nicht unsere einzige Jubiläumsreise bleiben. Auch eine Trekkingreise in Uganda befindet sich in Planung. Eine weitere Jubiläumsreise führt uns zurück zu den Wurzeln von Aktivferien und ins Domaine du Frigoulet wo wir nächstes Jahr 25 Jahre feiern. Darüber werden wir Ihnen schon bald mehr erzählen!

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