2025 durfte ich bereits zum 8. Mal nach Nepal reisen. Dies vorneweg: Die Expedition zum Mera Peak war für mich mitunter das Eindrücklichste, was ich bisher sehen durfte.
Die Tagesetappen im Solokhumbu geben einen sehr spannenden Einblick in das Leben der einheimischen Bevölkerung. Es ist beeindruckend, wie einfach die Leute hier leben, aber eine tiefe Zufriedenheit ausstrahlen. Der Begriff «abgelegen» erhält eine andere Bedeutung. Sie leben von dem, was sie in ihren Gärten anpflanzen. Zum Teil müssen die Landwirte für den Verkauf von Waren oder den Tauschhandel mehrere Tagesmärsche unter ihre Füsse nehmen.
Allmählich wird es wilder, steiniger, und die ersten Eisriesen des Himalayas zeigen sich aus der Nähe. Es ist wie der Trommelwirbel im Zirkus! Was sehen wir als Nächstes, und wann zeigt sich unser Ziel, der 6476 m hohe Gipfel des Mera Peaks? Endlich – da steht er in voller Pracht, auf der Ostseite eher lieblich, aber auf der Westseite mit einer Riesenwand, welche alles in den Alpen in den Schatten stellt. Fragen kommen auf: Wie sind die Verhältnisse am Berg? Wird es kalt und windig? Und wie vertragen wir die grosse Höhe?
Schritt für Schritt in gemächlichem Tempo geht es Richtung Hochlager. Unterwegs zeigen sich die ersten Achttausender, und angekommen beim High Camp bietet sich ein Panorama, das seinesgleichen sucht. Mit offenen Mündern stehen wir da und bestaunen die Rundsicht zu den Achttausendern Kanchenjunga, Makalu, Lhotse, Everest und Cho Oyu sowie etlichen Sechs- und Siebentausendern. Schlicht beeindruckend!
Die Nacht im Zelt ist kurz, kalt, und der Schlaf flach. Genau dieses Erlebnis verleiht der Reise endgültig den gesuchten Expeditionscharakter. Warm angezogen und im Licht der Stirnlampen bewegen wir uns Richtung Gipfel. Die Morgenstimmung und der Schritt auf den Gipfel lassen den angesprochenen Trommelwirbel noch einmal beschleunigen. Stolz, einige mit Freudentränen in den Augen, verweilen wir kurz auf dem Gipfel.
Beim Rückweg sind unsere Augen offen für Neues. Man sieht einige Dinge anders, ist komplett entschleunigt und zufrieden mit sich und der Welt. Beflügelt durch den Gipfelerfolg, aber auch motiviert, das Trekking zu Ende zu bringen und alle gemeinsam auf den Erfolg anstossen zu können, gelangen wir zurück in die Zivilisation. Man schätzt den Luxus umso mehr.
Lange werden wir alle an die Erlebnisse zurückdenken, und die eine oder andere Alltagssorge wird relativiert.
Danke an alle, welche zu diesem Erlebnis beigetragen haben!
Martin Vogel, Bergführer











































