Saisonvorbereitung mit unserem Team in Tanzania
„Jambo Bwana Mr. Hans. Karibu sana.“ So wurde ich letzte Woche am Kilimanjaro von unserem Team begrüsst. Für mich gehören diese Reisen jedes Jahr zu den schönsten und wichtigsten überhaupt. Noch bevor die ersten Gäste anreisen, nehme ich mir bewusst Zeit für unsere Bergführer, Köche, Träger und Fahrer. Gerade jetzt während der Regenzeit sind nur wenige Gäste unterwegs. Viele aus unserem Team arbeiten zuhause in ihren Gärten, kümmern sich um die Aussaat von Gemüse oder verbringen Zeit mit ihren Familien.
In Afrika ist der persönliche Austausch zentral. Man sitzt zusammen, spricht über die vergangene Saison, über Herausforderungen, neue Ideen und darüber, wie wir uns weiterentwickeln können. Gemeinsam wird Material kontrolliert, neues Equipment eingekauft und die Verpflegung besprochen. Besonders schön ist für mich immer zu sehen, wie erfahrene Bergführer ihr Wissen an jüngere weitergeben. Viele wachsen über Jahre in unsere Strukturen hinein. Genau das macht unser Team so besonders.
Und natürlich wird dabei unglaublich viel gelacht. Kaum sitzt das ganze Team zusammen, beginnt einer mit „You remember…?“ und schon erzählt jemand eine Geschichte von einer vergangenen Kilimanjaro-Besteigung oder einer lustigen Situation am Berg. Oft wird minutenlang gelacht. Genau diese Momente zeigen mir immer wieder, wie eng unser Team über all die Jahre zusammengewachsen ist.






Neue Jacken von La Sportiva
Auch die Weiterbildungen sind ein wichtiger Bestandteil. Unsere Köche werden geschult, ebenso die Teams in den Buschcamps der Serengeti. Ende Mai findet jeweils die grosse Bergführerweiterbildung im Kilimanjaro Farm House statt. Dort wird diskutiert, gelernt, ausprobiert – aber eben auch viel gelacht.
Ein emotionaler Moment ist jedes Jahr die Bekanntgabe des Saisonbonus. Als ich unserem Team mitteilen konnte, dass es auch dieses Jahr wieder einen Bonus geben wird, brach grosser Jubel aus. Einige begannen sofort zu singen. Dieser Bonus ist für unser Team etwas ganz Besonderes, denn er zeigt ihnen direkt: Unsere Gäste waren glücklich und zufrieden unterwegs. Gerade während der Regenzeit im April und Mai ist die Arbeitssituation schwierig und solche zusätzlichen Einnahmen sind für viele Familien enorm wichtig.
Mit grossem Stolz wurden dieses Jahr auch die neuen Jacken von La Sportiva getragen. Nach über 30 Jahren unser altes Logo loszulassen war für einige ältere Guides emotional. Umso schöner war es zu sehen, wie stolz unser Team mit den neuen Jacken unterwegs ist. Wertschätzung spürt man oft genau in solchen kleinen Momenten.






Die neue Saison startet bald
Am wichtigsten bleibt für unser Team aber etwas anderes: dass Gäste kommen. Die weltpolitische und wirtschaftliche Lage ist auch in Tansania spürbar. Viele machen sich Sorgen. Umso grösser war die Freude, als ich erzählen konnte, dass unsere Saison sehr gut aussieht. Diese Begeisterung mitzuerleben ist etwas vom Schönsten überhaupt.
Besonders bewegt mich immer wieder, wenn jemand aus dem Team plötzlich das Wort ergreift und sich bei unserem Team in Seuzach bedankt. Nicht selbstverständlich, sondern ehrlich und von Herzen. Nächstes Jahr feiern wir bereits unser 40-jähriges Jubiläum am Kilimanjaro. Über all die Jahre sind daraus weit mehr als Geschäftsbeziehungen entstanden. Das verbindet.
Abgerundet wurde das Treffen mit einem gemeinsamen Nachtessen in der Babylon Lodge. Auch dort durften wir in den letzten Jahren vieles weiterentwickeln und renovieren. Wenn ich sehe, wie motiviert unser Team in die neue Saison startet, freue ich mich riesig auf alles, was kommt.
Safari Vorbereitung
Nach den Tagen am Kilimanjaro ging es weiter nach Arusha, der Safarihauptstadt Tansanias. Dort besuchte ich unseren langjährigen Partner und den grossen Workshop unserer Safarifahrzeuge. Wenn ich heute durch die Hallen laufe und die vielen Landcruiser sehe, denke ich oft daran zurück, wie alles begonnen hat. Vor rund 40 Jahren standen wir beide ganz am Anfang. Heute gehören wir gemeinsam zu den führenden Safarispezialisten Tansanias.
Unsere Flotte umfasst mittlerweile rund zehn eigene Safarifahrzeuge. Laufend wird investiert und auch dieses Jahr stehen unseren Gästen wieder neue Fahrzeuge zur Verfügung. Sicherheit und Komfort sind auf den langen Offroadpisten zentral. Aber mindestens so wichtig ist die Ausbildung unserer Fahrer und Guides. Viele sprechen heute mehrere Sprachen. Neben Englisch mittlerweile auch Deutsch, Französisch, Italienisch oder Spanisch. Dahinter steckt jahrelange Ausbildung und viel Engagement.




Schlamm, Regen und Safariabenteuer
Nach dem Besuch im Workshop ging es für mich mit meinem eigenen Landcruiser wieder hinaus auf Safari. Und sobald ich Arusha verlasse und die ersten Schlammpisten beginnen, bin ich einfach glücklich. Dieses Jahr hat es enorm viel geregnet. Viele Pisten gleichen momentan eher kleinen Flüssen als Strassen. Genau das liebe ich aber an Tansania. Dieses Abenteuergefühl. Diese Unberechenbarkeit.
An einer besonders matschigen Stelle begegnete ich einem Touristenfahrzeug, das komplett festgesteckt war. Tief eingesunken im Schlamm, keine Chance mehr weiterzukommen. Für mich war das ehrlich gesagt fast eine Freude. Gemeinsam wurde gezogen und gelacht, bis wir das Fahrzeug wieder aus dem Schlamm befreit hatten. Genau solche Momente liebe ich. Das sind Erlebnisse, die bleiben – weil sie echt sind.
Ich war schon immer am liebsten selber unterwegs. Nicht auf perfekten Strassen, sondern genau dort, wo Afrika manchmal etwas wild, chaotisch und unberechenbar wird. Und wenn der Schlamm bis weit an den Landcruiser spritzt, macht mir das bis heute einfach riesige Freude.




Begegnungen im Hochland der Massai
Im Hochland von Endulen auf rund 2000 Metern traf ich anschliessend Kimani und Lemajani, unsere Massai Guides. Später kam auch Emanuel Oleshangai dazu, der politische Vertreter der Massai im tansanischen Parlament. Über viele Jahre sind hier schöne Freundschaften entstanden.
Mit grossem Stolz zeigten sie mir den Kindergarten, den Aktivferien mitunterstützt hat. Nach den starken Regenfällen ist derzeit alles unglaublich grün. Die Massai Bomas sind von blühenden Pflanzen umgeben und überall ziehen Tiere frei durch die Landschaft. Während wir zusammensassen und über unsere Zusammenarbeit sprachen, lief gemütlich eine Giraffenherde durchs Dorf, später folgten Zebras und Gnus. Genau das fasziniert mich an dieser Region immer wieder: das friedliche Zusammenleben von Mensch und Tier.





Herzlichkeit, die man spürt
In der Serengeti besuchte ich anschliessend unsere Camps und Lodges. Auch dort spürt man die grosse Motivation der Teams. Neben klassischen Gruppenreisen dürfen wir dieses Jahr auch viele private Reisen durchführen. Unsere Gäste sind dabei oft sehr intensiv mit ihren Driver/Guides unterwegs. Dadurch entstehen persönliche Begegnungen und Einblicke in das Leben und die Kultur Tansanias.
Die grossen Investitionen der letzten Jahre in Fahrzeuge, Camps und die Ausbildung unserer Mitarbeitenden zahlen sich heute aus. Vor allem aber spürt man eines überall: Herzlichkeit. Gäste werden persönlich empfangen, man kennt sich, man nimmt sich Zeit füreinander.
Es ist genau diese Mischung aus Menschen, Natur, Abenteuer und Begegnungen, die mich seit Jahrzehnten an Tansania fasziniert.









Kwaheri Tanzania – ich komme wieder.
