Beni Büchi – Geschäftsführer Aktivferien AG
Open Day im Kilimanjaro Farmhouse – ein Tag, der nachwirkt
In Marangu, an den Hängen des Kilimanjaro, zeigt das Aktivferien Kilimanjaro Farmhouse, wie der Tourismus den lokalen Gemeinschaften direkt helfen kann.
Jedes Jahr vor der Bergsteigersaison veranstalten wir hier einen Tag der offenen Tür. Bergführer und Frauen aus den Dörfern kommen zusammen, um praktische Kenntnisse im ökologischen Landbau auszutauschen und zu erlernen.

Landwirtschaft, die im Alltag funktioniert
Im Zentrum stehen praktische Fragen: Wie kann man Pflanzen schützen, ohne auf Chemie zurückzugreifen? Welche lokalen Kräuter helfen tatsächlich gegen Schädlinge? Wie arbeitet man mit einfachen Mitteln wie Asche oder organischem Material? Und woran erkennt man frühzeitig, wenn eine Pflanze krank wird?
Der ökologische Landbau steht im Mittelpunkt der Farm. Das hier angebaute Gemüse versorgt die Kilimanjaro-Besteiger mit frischen Produkten aus der Region. Kuhdung wird als natürlicher Dünger verwendet, der den Boden anreichert und Nährstoffe ohne Chemikalien zuführt.
Geleitet wird der Tag der offenen Tür von Sister Ana aus dem benachbarten Maua. Sie gibt ihr Wissen nicht aus Büchern, sondern aus eigener Erfahrung weiter – genau das macht den Unterschied. Es geht nicht darum, etwas Neues zu erfinden, sondern Bestehendes zu verstehen und weiterzuentwickeln.





Ein Projekt, das aus der Praxis gewachsen ist
Das Farmhouse ist aus einer einfachen Idee vor über zehn Jahren entstanden: eigene, biologische Lebensmittel für unsere Kilimanjaro-Trekkings zu produzieren – und gleichzeitig unseren Guides eine zusätzliche Arbeit ausserhalb der Bergsaison zu bieten.
Unterstützt wurden wir dabei von Richard Balmer, der tropische Landwirtschaft studiert hat und viele Jahre in Tansania tätig war. Er hat das Projekt stark mitgeprägt und wichtige Grundlagen gelegt, auf denen wir heute weiter aufbauen.
Heute läuft unsere Farm unter der Leitung von Mr. Evarest, unserem Handlings Manager. Sister Ana, die eine benachbarte Farm in Maua betreibt, sorgt dafür, dass das Wissen nicht verloren geht, sondern an den Open Days an die lokale Bevölkerung weitergegeben wird.





Mehr als nur Landwirtschaft
Über die Jahre hat sich das Farmhouse weiterentwickelt. Heute ist es auch unser organisatorisches Zentrum von Aktivferien am Kilimanjaro. Hier wird geplant, koordiniert und Material gelagert.
Das Kilimanjaro Farmhouse zeichnet sich durch seinen einfachen und effektiven Ansatz aus:
• Es nutzt lokal verfügbare Ressourcen.
• Es trägt zum Wissensaufbau innerhalb der Gemeinde bei.
• Es schafft neue Einkommensmöglichkeiten für die Menschen.
• Es verbindet den Tourismus direkt mit den lokalen Lebensgrundlagen.



Einblick für unsere Gäste
Vor Beginn der Kilimanjaro-Besteigung besuchen auch unsere Gäste jeweils unsere Farm. Dies ermöglicht es, einen Einblick in das lokale Leben zu gewinnen, zu sehen, woher das Essen während der Besteigung stammt, und zu verstehen, wie der Tourismus der Gemeinschaft über die Besteigung hinaus zugutekommt.
Ein Tag, der nachwirkt
Der Open Day ist kein einzelner Anlass, der für sich steht. Vieles von dem, was hier gezeigt wird, wird im Alltag weitergeführt, angepasst und weiterentwickelt.
Weil keimfähiges Saatgut rar ist, geben wir zusätzlich zum Wissensaustausch auch gratis Saatgut mit nach Hause.
Für viele der Frauen entstehen daraus konkrete Möglichkeiten: Sie bauen Gemüse für ihre Familien an und können Überschüsse an uns zurückverkaufen. Ein Kreislauf, der für alle Sinn macht.
So entsteht etwas, das über diesen einen Tag hinausgeht. Eine Verbindung, von der auch unsere Gäste profitieren – weil sie spürbar macht, wo wir unterwegs sind und mit wem wir arbeiten.
Nachhaltigkeit zeigt sich hier nicht nur im Umgang mit Boden und Ressourcen, sondern vor allem in den Beziehungen, die aus einer Partnerschaft auf Augenhöhe entstehen.





Mehr über unser Engangement Weltweit